KIPPI
Als ich Kippi in meine Obhut nahm, war sie winzig. Nahezu unbefiedert und keine 2 Wochen alt. Und Kippi war krank. Sie konnte ihre Bewegungen nicht koordinieren, fiel andauernd um und verdrehte ihr Köpfchen. Ich gab ihr Antibiotika und Vitamin B, hatte aber keine Hoffnung, dass sie überleben könnte. Auch Dr.Harra, unser ebenso engagierter wie langmütiger Tierarzt von der Tierklinik Stadlau verdrehte bei Baby Kippis Anblick die Augen gen Himmel.
Wenn Babytauben so schwer erkranken, haben sie normalerweise keine Chance.
Da Klein-Kippis Körper Wärme suchte, durfte sie im Bett schlafen. Wir wurstelten von einem Tag zum anderen und nach zwei Wochen lebte sie immer noch. Sie wuchs zwar im Zeitlupentempo, aber sie wuchs.
Mit 6 Wochen noch immer recht winzig, begann sie mir überallhin „nachzukugeln“, denn „Laufen“ konnte sie nicht wirklich. Durch die ungewöhnliche Art der Fortbewegung war sie ständig schmutzig, ihre Farbe undefinierbar grau.
Aber das Taubenkind war zäher als alle dachten. Es überlebte nicht nur, es wurde mit der Zeit auch vollständig gesund, das Gefieder immer sauberer, und Kippi wurde zu einer wunderschönen, weißen Taube mit einigen symmetrischen schwarzen Flecken. Sie ist mittlerweile völlig selbständig und lebt mit ihren Artgenossen, allerdings hält sie die Wohnzimmercouch noch immer für ihr ureigenstes Privatrevier, das sie teilweise in Besitz nimmt, und das sie gegen jeden Eindringling mit Schnabel und Flügelhieben vehement verteidigt.