Wien und Tauben im Mai 2001 - Kampf der Taubenplage
02.05.2001
Der Bezirk startet eine „Aktion scharf“ gegen Tauben. Grund: Es sind einfach längst viel zu viele Tauben im Bezirk, die nicht nur viele Plätze verschmutzen, sondern überdies natürlich auch potenzielle Krankheitsüberträger sind.
„Kein Verständnis, überhaupt kein Verständnis“, so die Reaktion von BV-Stv. Siegi Lindenmayr, konfrontiert mit der Frage, wie er zum Füttern von Tauben stehe. Seine Begründung: „Wir müssen es in aller Deutlichkeit sagen: Wer Tauben füttert, füttert Ratten. Wer Tauben füttert, leistet Beihilfe zur Verschandelung des Bezirksbildes. Es ist Zeit, Schluss zu machen mit der Taubenplage.“ Wie der Bezirkspolitiker die Taubenplage beenden will? Einerseits soll – so wie es neuerdings etwa am Julius-Tandler-Platz der Fall ist – mit Hinweistafeln an die Bevölkerung appelliert werden, Tauben nicht zu füttern. Andererseits – und das ist der springende Punkt – geht es ihm um Überzeugungsarbeit: „Ich möchte ja keinen Menschen persönlich attackieren. Nur, es muss einfach jedem bewusst sein, dass die Fütterung der Tauben zu ihrer Vermehrung beiträgt. Wenn wir diesen Kreislauf nicht durchbrechen, wird es künftig immer mehr Tauben geben.“
Überdies, so Lindenmayr, dürfe man die durch die Taubenexkremente verursachten Kosten nicht unterschätzen: So müssen viele Plätze regelmäßig extra gereinigt werden – und das kostet Geld.
Ein weiteres Argument gegen die Tauben: „Nehmen Sie doch etwa den Arne-Carlsson-Park und dort die Ecke bei der Währinger Straße und der Spitalgasse. Hier finden Sie oft hunderte Tauben gleichzeitig – und das im Nahebereich zum Park, der ja auch ein Kinderspielplatz ist.“ Ergo: Auch im Interesse der Kinder, so der BV-Stv., sei es nötig, dem Taubenwahnsinn ein Ende zu setzen. Sein eindringlicher Appell: „Hören Sie auf, zu füttern und nehmen Sie sich auch das Recht heraus, andere, die Sie bei der Fütterung beobachten, darauf hinzuweisen.“
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